Andreas Cornelius VanKuijk, besser bekannt als Colonel Tom Parker, war wohl einer der meist gehassten und meist gefürchtesten Manager der Musikszene. Hier könnt Ihr die Story über den Colonel nachlesen!

Seine Biografie:

Tom Parker wurde am 26. Juni 1909 in Breda, Holland, als Sohn von Adam und Maria VanKuijk geboren, die ihm den Namen Andreas Cornelius VanKuijk gaben.


Als junger Mann wanderte Parker in die USA aus, wo er auf Jahrmärkten arbeitete und vier Jahre in der Armee der Vereinigten Staaten diente.

Nach seiner Entlassung aus der Armee, schloss er sich wieder den Jahrmärkten an. Ende 1939/Anfang 1940 wurde er Manager von Gene Austin und begleitete Gene und seine Show, "Models & Melodies".

Gegen Ende des selben Jahres wurde er Field Direktor des Tierschutzbundes von Tampa, FLA. Nach 3 Jahren verließ er dieses Amt, um wieder zurück in die Unterhaltungsbranche zu gehen, wo er Country Music Sänger buchte.
1944 dann, wurde er Eddy Arnolds Manager und bis November 1947 hatte es Arnold geschafft, sich 53 Wochen lang als #1 in den Country Charts zu halten.

Nachdem sich die Wege von Tom Parker und Eddy Arnold getrennt hatten, begann Parker damit, Hank Snow zu buchen, und wurde dann im Januar 1955 zu seinem persönlichen Manager. Colonel (wie er sich nun nannte, nachdem er den Titel von einigen Südstaaten Gouverneuren ehrenhalber verliehen bekam) begann Elvis Presley als 'Opening Act' für Snows Shows zu buchen.

Im Oktober 1955 handelte der Colonel einen Plattenvertrag für Elvis mit RCA Victor aus. Zu dieser Zeit war es noch üblich, dass das Management meist die Lieder auswählte, die der Sänger aufnahm. Der Colonel aber bestand darauf, dass Elvis sein Material selber auswählen sollte. Heutzutage ist es üblich, dass ein Sänger selbst sein Material auswählt...aber Elvis war der erste, der dies tat.

1956 wurde Parker dann Elvis' Manager.  Am Ende ihres ersten Geschäftsjahres berichtete ein Artikel im WALL STREET JOURNAL, dass sich der Umsatz mit Elvis Produkten auf 22 Millionen beläuft.

Nachdem der Colonel in der Zeitung über einen Spendenaufruf des Arizona Memorial Funds aufmerksam wurde, sprach er darüber mit Elvis und sie beschlossen, ein Benefiz Konzert zugunsten der Fertigstellung des Mahnmals für die Opfer der Attacke auf die Militärinstallation bei Pearl Harbour zu geben.
Das Konzert fand im März 1961 statt und brachte 100.000 Dollar ein. Der gesamte Betrag wurde gestiftet. Sogar Elvis und Parker selbst zahlten jeder 27.000 Dollar aus ihrer eigenen Tasche, um ihre Unkosten zu decken.

Im August 1972 kam Tom Parker auf die Idee, dass Elvis eine Show über Satellit geben sollte, die dann per Satellit in die ganze Welt ausgestrahlt werden sollte. Das erste Mal überhaupt, dass ein Künstler via Satellitenfernsehen auftreten sollte. Diese Show fand auf Hawaii am 14. Januar 1973 statt. Sie wurde in 40 Ländern gesehen, mit 1 bis 1,5 Milliarden Zuschauern. Das Konzert brachte einen Gesamterlös von 75.000 Dollar zugunsten des Kui Lee Krebs Fonds ein.

Nach Elvis' Tod, im Jahre 1977, fungierte Parker als persönlicher Berater von Barron Hilton, bis zu seinem Tod im Jahre 1997. Obwohl viele Künstler Parker Managerposten anboten, lehnte Parker stets ab, mit der Begründung, dass es nur immer "ELVIS & The Colonel" sein könne.

ELVIS und der Colonel:

Von 1955 an, dem Jahr in dem Thomas A. Parker den Verkauf des Plattenvertrages von Elvis Presley von Sun Records an RCA aushandelte und für den Rest von Elvis' Karriere existierte, entstand eine vollkommen einzigartige, oft kontroverse aber wunderbare Partnerschaft, zwischen beiden Männern.
Jeder für sich, und auch als Team, jeder brillant in seiner eigenen Rolle, veränderten sie das Musicbusiness.
Colonel Tom Parker hatte schon immer eine völlig einzigartige Art, die Stars die er managte, anzupreisen. Aber erst als er Presley betreute, erreichte er seinen geschäftlichen Höhepunkt.
Noch nie zuvor hatte ein Künstler so wie Elvis, das Publikum so in Ekstase und Hystery versetzt.
Wie verkauft man so ein Phaenomen? Colonel Parker erkannte schnell, dass Elvis die größte aber auch profitabelste Herausforderung seines Lebens werden würde.
Einer seiner ersten Schritte war es, Elvis als Handelsmarke in seine ins Leben gerufene Firma "Elvis Presley Enterprises" zu integrieren.
Unter "Elvis Presley Enterprises", mit Unterstützung von Hank Saperstein (ein erfolgreicher Geschäftsmann) wurden zahlreiche Lizenzen vergeben an Hersteller zur Produktion von Sammlerartikeln. Alles, von Kleidung, Schuhen, Schulsachen, Schmuck und Kosmetikartikeln wurde der Öffentlichkeit angeboten. Alles mit dem Namen Elvis Presley, seiner Unterschrift oder Foto versehen. Allein in dem Zeitraum von 1956 bis 1957 wurden über 60 verschiedene Artikel produziert. Aber Parker machte da nicht halt. Im Laufe von Elvis' gesamter Karriere überwachte er die gesamte Produktion an Plattencovern, Songbüchern, Notenbüchern, Werbekampagnen, Konzertprogrammen und Souvenirs. Man kann sagen was man will, es ist eine Tatsache, dass noch nie jemand die Karriere eines Phänomens wie Elvis Presley geleitet  hatte, so wie es Parker mit  Elvis tat. Zusammen schrieben sie Unterhaltungsgeschichte.

Colonel Parker tat viel gutes für die Karriere von Presley, aber, speziell in den späten Jahren war er es aber auch, der Elvis davon abhielt, außerhalb der USA aufzutreten.
Lamar Fike erinnert sich: "Elvis wollte unbedingt eine Europa Tour machen. Er sah, wie erfolgreich die Rolling Stones und die Beatles waren, und das weckte seinen Wettbewerbsgeist. Können sie sich vorstellen, wie erfolgreich Elvis in Europa gewesen wäre?" Aber der Colonel hatte ständig einen Grund, warum man nicht dorthin sollte. Er nannte Sicherheitsprobleme, Steuerprobleme, Technische- und Produktionsprobleme. Wer weiß, was noch alles? Elvis wurde dann immer sauer, meinte, er würde den Colonel zur Rede stellen, und würde trotzdem die Tour machen, aber am Ende gab er immer klein bei.
 


Elvis kannte nie die wirklichen Gründe, warum der Colonel nicht nach Europa wollte. Erst Jahre später erfuhren wir alle, dass er illegal in die USA gekommen war, einfach von einem Schiff gesprungen und dann ins Land gekommen ist.
Sogar zweimal, weil sie ihn beim ersten Mal schnappten und wieder zurück in sein Land (Holland) deportiert hatten. Beim zweiten Versuch klappte es dann und er blieb und wurde nie geschnappt.